MIKRONÄHRSTOFFE – WAS BEWIRKEN SIE UND WARUM SIND SIE ESSENTIELL?

January 22, 2019

WAS SIND MIKRONÄHRSTOFFE GENAU? UND WIE UNTERSCHEIDEN SIE SICH VON MAKRONÄHRSTOFFEN?

Täglich liefern uns Nahrungsmittel unterschiedlichste Arten und Mengen an Nährstoffen. Jedoch enthält kein Nahrungsmittel alle Nährstoffe in bedarfsgerechten Konzentrationen.  

Nährstoffe im Allgemeinen sind all die Bestandteile von Nahrungsmitteln, die für das reibungslose Funktionieren wie auch für die Gesunderhaltung des Organismus nötig sind. Durch die richtige Zusammenstellung der uns zur Verfügung stehenden Lebensmittel bilden diese und die in ihnen enthaltenen Nährstoffe die Basis unseres täglichen Lebens. Dies trifft nicht nur auf die in erster Linie Energie liefernden Makronährstoffe wie Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate oder Alkohol zu. Sondern schließt eine weitere Gruppe von Nährstoffen mit ‘funktioneller Bedeutung‘ für den menschlichen Stoffwechsel, die so genannten Mikronährstoffe, mit ein.

Mikronährstoffe sind nicht mit einem Satz zu umschreiben, da unter dem Begriff mehrere Nährstoffgruppen mit unterschiedlichsten Eigenschaften, Bedeutungen und Funktionen im menschlichen Stoffwechsel zusammengefasst werden.  

Die bekanntesten ‘Vertreter‘ aus der Gruppe der Mikronährstoffe sind sicher Vitamine und Mineralstoffe. Darüber hinaus zählen aber zum Beispiel auch sekundäre Pflanzenstoffe und Omega 3-Fettsäuren hinzu.

WAS HABEN MAKRO- UND MIKRONÄHRSTOFFE GEMEINSAM?

Gemeinsam ist diesen Nährstoffen ihre Essentialität. Das wiederum bedeutet, dass wir auf eine regelmäßige Zufuhr solcher Nährstoffe angewiesen sind, da der  menschliche Körper nicht oder nicht in ausreichendem Maße in der Lage ist, diese Bausteine selbst zu bilden.

Im Unterschied zu den Makronährstoffen werden Mikronährstoffe in deutlich kleineren Mengen benötigt. Dementsprechend sind auch die Bestände im Körper wesentlich niedriger. Dennoch gehören sie zu den wesentlichen Nahrungsbestandteilen. Ohne sie könnten zahlreiche, täglich und scheinbar automatisch ablaufende Stoffwechselvorgänge und Körperfunktionen wie Wachstum, Regeneration, Verdauung oder Energieproduktion nicht stattfinden.  

Bei andauernder Unterversorgung einzelner oder mehrerer Mikronährstoffe können sich Mangelerscheinungen manifestieren. Mit entsprechenden Auswirkung auf unsere Gesundheit.

Mikronährstoffe besitzen beispielsweise eine Schlüsselfunktion beim körpereigenen Aufbau von Makromolekülen. Oder sie dienen als Co-Faktor für essentielle Enzymreaktionen. Andere Mikronährstoffe weisen antioxidative Wirkungen auf oder unterstützen das körpereigene Immunsystem. Oder sie sind ‘Steuerelemente‘ in komplexen Eiweißstrukturen wie Hormonen.

DIE VERSCHIEDENEN MIKRONÄHRSTOFFE, IHRE WIRKUNG UND ZUFUHREMPFEHLUNG

Zu einem Teil der Mikronährstoffe liegen Zufuhrempfehlungen vor. Von Wissenschaftlern ermittelte Bedarfe werden von Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung veröffentlicht. Unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht und besonderer Lebensumstände können in die Bedarfe bzw. die daraus abgeleiteten Zufuhrempfehlungen nachgelesen werden. Die Zahlenangaben reichen beispielsweise von 2,5 µg für Vitamin B12 bis hin zu 2 g für Kalium für einen gesunden Erwachsenen am Tag.

‍Der Bedarf des Körpers an Mikronährstoffen kann beispielsweise durch Sport, Wachstum, Rauchen oder Stress höher liegen.

Vitamine sind ihrem Wortstamm ‘vita‘ entsprechend lebenswichtige Substanzen. Die insgesamt 13 Vitamine werden grundsätzlich in wasser- und fettlösliche ‘Vertreter‘ unterteilt. Zumindest die wasserlöslichen sollten nahezu täglich aufgenommen werden, da die meisten nicht oder nur unzureichend gespeichert werden können.  

Der störungsfreie Ablauf verschiedenster Stoffwechselprozesse ist auch eng mit einer ausreichenden Mineralstoffversorgung verknüpft. Mineralien werden in Mengen- und Spurenelemente unterteilt, hauptsächlich ihrem physiologischen Vorkommen entsprechend.

Auch sekundäre Pflanzenstoffe sind gesundheitsfördernde, wenn auch nicht obligat lebenswichtige Nährstoffe. Sie kommen ausschließlich in pflanzlicher Nahrung vor und können beispielsweise Vitamine in ihrer Wirkung unterstützen. Mehrere 10.000 solcher sekundären Pflanzenstoffe sind bekannt. Sie bilden die vielfältigste Gruppe von Nährstoffen mit unterschiedlichsten Wirkungen beispielsweise auf den Ablauf von Stoffwechselvorgängen.

Omega-Fettsäuren sind das Substrat für die körpereigene Bildung von Substanzen mit hormonähnlichen Wirkungen, sogenannten Eicosanoiden. Deren physiologische Bedeutung ist sehr vielfältig. So nehmen sie beispielsweise positiven Einfluss auf das Entzündungsgeschehen im Körper, auf den Blutdruck, den Muskeltonus, die Gerinnung oder die Blutfettwerte.

 

DIE VERSORGUNG MIT MIKRONÄHRSTOFFEN

Die Basis der optimalen Versorgung deines Körpers mit Mikronährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente) bildet eine ausgewogene und gesunde Ernährung und Lebensweise. Hierdurch kannst Du in deinem Körper eine gute Grundlage schaffen. Aufgrund von individuellen Lebensumständen und Alltagsgestaltung kann es jedoch sinnvoll und notwendig sein hier zu supplementieren. Der Bedarf des Körpers an Mikronährstoffen kann beispielsweise durch Sport, Wachstum, Rauchen oder Stress höher liegen. Ebenfalls spielen persönliche Ernährungsgewohnheiten eine essentielle Rolle – wer es durch Zeitdruck, Stress oder anderen Gründen nicht schafft sich ausgewogen zu ernähren, sollte hier eine Supplementierung in Betracht ziehen.  

Dein  

Team von DIVANA

Literaturverzeichnis:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) (Hrsg.):

12. Ernährungsbericht 2012

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE), (Hrsg.)

Die Nährstoffe

Bausteine für Ihre Gesundheit

Bonn

www.dge.de

Ernährungs-Umschau
Forschung & Praxis
Monatszeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
Umschau Zeitschriftenverlag, Wiesbaden
www.ernaehrungs-umschau.de

Hahn A et al.:

Ernährung - Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie

WVG, Stuttgart, 2005: S. S. 46-64, S. 285-94